Rauschfrei über die A 4 Das neue Digitalradio ist im Kommen.

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Rauschfrei über die A 4

Aber funktioniert das auch überall im Landkreis Bautzen?

Bautzen – 9. Mai 2018. Spätestens beim Kauf eines neuen Autos kommt das Thema auf den Tisch. „Wollen Sie ein Autoradio mit Digitalempfang?“, wird der Verkäufer dann fragen. Und schon bei der ersten Probefahrt wird der Unterschied deutlich; der Klang ist absolut perfekt. Kein Rauschen mehr, keine Senderschwankungen. Denn Digitalradio funktioniert sozusagen nur ganz oder gar nicht. „Wobei das nicht ganz stimmt. Denn wenn kein digitales Signal anliegt, schalten die Geräte automatisch auf das herkömmliche UKW-Signal um. Man verliert also nichts, sondern gewinnt sozusagen nur“, sagt Carsten Zorger, der Chef des Vereins Digitalradio Deutschland. In dem haben sich öffentlich rechtliche und private Sender 2015 zusammengeschlossen, um das Digitalradio auf den Weg zu bringen. Finanziert wird das Ganze durch die Sender; also mithilfe der Rundfunkbeiträge und der Werbeeinnahmen der Privaten.

DAB+ im Auto

Aber macht im Landkreis Bautzen der Kauf eines Digitalradios eigentlich Sinn? Wo doch nicht mal überall ausreichend schnelles und starkes Internet anliegt? „Kein Problem“, macht Carsten Zorger klar. Denn mit anliegendem Internet hat das Ganze nichts zu tun. „Es ist sozusagen die verbesserte Variante des UKW-Radios“, sagt er. Das digitale Signal wird von extra Sendemasten direkt zum Radio gefunkt. „Und das in absoluter Top-Qualität, das ist ja der große Vorteil“, fügt er an. Die Masten für den Bereich des Landkreises Bautzen stehen dabei in Dresden, Hoyerswerda, Löbau und bei Neustadt/Sachsen.

Also lohnt sich hier der Kauf? Bei einem neuen Golf zum Beispiel sind für ein Digitalradio laut aktueller Preisliste immerhin 245 Euro zusätzlich zu berappen; zur Serienausstattung gehört ein herkömmliches UKW-Radio. Aber auch für den Hausgebrauch gibt es längst Digitalradios und das praktisch in jeder Preislage ab gut 30 Euro.

Viel mehr Sender

Der Kauf lohnt sich. Zumindest in Sachen Autoradio. Denn da gibt es so gut wie keine Probleme. Die Autobahn 4 beispielsweise ist bis auf einige Unterbrechungen bei Görlitz voll erschlossen. „Der Unterwegs-Empfang ist fast überall möglich“, so Carsten Zorger. Einige Abstriche gibt es aktuell noch beim Thema Digitalradio in den heimischen vier Wänden. Keine Probleme gibt es dabei im Südosten des Kreises, im Raum um Radeberg und Großröhrsdorf also, wie auch um Bischofswerda und Rammenau. Einige „Löcher“ beim Empfang zu Hause gibt es aber im Bereich des Valtenbergs bei Neukirch. Auch im Kamenzer Raum funktioniert das Digitalradio am Küchentisch noch nicht überall. Zwischen Grüngräbchen und Gottschdorf zum Beispiel oder in Reichenau. Ein großes „Loch“ klafft in diesem Zusammenhang auch um Schirgiswalde – und in der Nähe von Bautzen gibt es bei Oberkaina und Obergurig Probleme mit dem Digitalradio-Empfang im heimischen Wohnzimmer. Bestens versorgt hingegen ist der Landkreisnorden um Hoyerswerda. „Der Ausbau geht weiter“, verspricht Carsten Zorger. Und freut sich, dass die Sachsen Digitalradio-Fans sind: Während deutschlandweit im Durchschnitt 16 Prozent der Haushalte auf die neue Technik setzen, sind es in Sachsen 18 Prozent. Tendenz steigend. Wobei das Digitalradio nicht nur eine bessere Klangqualität bietet, sondern auch eine viel größere Senderzahl. „Während die Anzahl der UKW-Frequenzen begrenzt ist, ist das beim Digitalradio kein Thema“, beschreibt Carsten Zorger diesen zusätzlichen Vorteil. Zwischen Dresden und Bautzen sind aktuell immerhin 26 Sender zu empfangen. Von zahlreichen MDR-Angeboten, dem Deutschlandfunk, über die privaten Energy und R.SA, bis hin zu digitalen Sendern wie Absolut Relax oder Schlagerparadies.

Die Antwort auf die Digitalradio-Frage beim nächsten Autokauf kann also im Landkreis durchaus „Ja“ lauten.

Von Jens Fritzsche

Quelle: sz-online.de